TEIL 4 - BRUCE

Jetzt sind wir also endlich da, am anderen Ende der Welt. Ziemlich erschlagen von einer weiteren durchwachten Nacht im Flugzeug - Heinke ausgenommen, der hat nämlich wieder friedlich geschlummert - finden wir uns vor dem Flughafen von Auckland wieder. In die Stadt kommt man am besten mit dem Bus, also kaufen wir uns ein Ticket und warten. Heinke dreht indessen voll auf. Manchmal fragen wir uns, was in diesem kleinen Kopf los ist - es wirkt als würde er spüren, dass unser großes Abenteuer erst jetzt so richtig losgeht. Der kleine Mann hüpft auf und ab, kräht vergnügt vor sich hin und mischt alle Wartenden auf. Niemand schafft es nicht zu lachen beim Anblick dieses kleinen Wahnsinnigen. Die Freude sprudelt aus jeder Pore. Und dann, noch vor Abfahrt des Busses, fallen ganz plötzlich die kleinen Augen vor Erschöpfung zu. Heinke gönnt sich das kleine Nickerchen, nach dem auch wir uns so sehr sehnen. Aber wir müssen erst noch in die Stadt fahren, um zu unserem Airbnb zu gelangen. Und wir wollen ja so gut es geht gegen den Jetlag ankämpfen, also jetzt bloß nicht einschlafen. Die Busfahrt führt uns vorbei an der Innenstadt in einen wunderschönen und idyllischen Vorort von Auckland. Direkt neben einem hübschen kleinen Park liegt unsere Unterkunft: für die nächsten vier Tage wohnen wir im Gartenhaus von Grant und seinen Mitbewohnern. Gartenhaus klingt vielleicht etwas irreführend, denn was sich dort im Garten des hübschen hölzernen Wohnhauses befindet, ist eine kleine Oase, in der die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Auf dem Tisch erwarten uns selbst gebackenes Brot und Obst aus dem Garten sowie eine nette Willkommensnachricht. Genau das, was wir nach der anstrengenden Reise brauchen, um uns auf Anhieb zu Hause zu fühlen. Wir sind alle erledigt, also gehen wir früh ins Bett und wundersamerweise hat in dieser Nacht niemand von uns mit der Zeitverschiebung von sechs Stunden zu kämpfen. Wie gut, dass wir nicht direkt aus Deutschland gekommen sind, dann wären es nämlich glatte 12 Stunden Zeitunterschied. Daran kann Julia sich noch gut erinnern, denn als sie vor elf Jahren schon einmal in Neuseeland war, lief sie mehrere Tage wie ein Zombie durch die Gegend.

So geht es uns diesmal nicht und wir wachen am nächsten morgen mehr oder weniger frisch vom Klingeln des Weckers auf. Ein Wecker? Im Urlaub? Aber ja, wir haben doch eine straffe Agenda für die nächsten Tage. Die Unterkunft bei Grant haben wir nämlich nur für vier Nächte gebucht - in dieser Zeit wollen wir es schaffen, unseren Campervan zu finden. Vielleicht etwas sportlich, aber es ist schon der 15. Dezember und Weihnachten möchten wir auf jeden Fall im eigenen Bulli verbringen. Also klingelt heute, an einem Samstag um sieben Uhr ein Wecker, denn es geht zum Automarkt. Der ist praktischerweise immer samstags und sonntags, wir sind also genau zum richtigen Zeitpunkt in Auckland angekommen. Heute wollen wir erstmal

die Lage checken und uns einen Überblick über Angebot und Preise verschaffen. Wir haben zwar schon ein bisschen im Internet recherchiert, aber trotzdem sind wir gespannt, was der Automarkt vor Ort zu bieten hat. Dort angekommen sind wir erstmal ein wenig ernüchtert. Auf den ersten Blick wenig Autos und viele mit nur zwei Sitzplätzen, die fallen also raus. Trotzdem stechen uns gleich ein paar Wagen schon von weitem ins Auge. Die wollen wir uns genauer ansehen. Wir bleiben dann prompt bei Christian und Mareike aus Deutschland hängen, die in den letzten drei Monaten mit ihrem dunkelblauen Campervan durch ganz Neuseeland gereist sind. Eigentlich genau wie wir es auch vorhaben. Der Bulli ist ein Hyundai H100 und hat 230.000 km auf dem Buckel - weniger als viele andere, die hier angeboten werden. Die Innenausstattung ist uns auf Anhieb sympathisch, man merkt, dass der Bus mit Liebe ausgebaut wurde. Dank vieler liebevoller Details wie zum Beispiel einer Lichterkette an der Decke, wirkt der Wagen einladend und gemütlich. Der Preis liegt etwas oberhalb unserer Schmerzgrenze, aber da Mareike und Christian schon in ein paar Tagen nach Hause fliegen ist ihnen sehr daran gelegen, das Auto möglichst schnell zu verkaufen und sie sind verhandlungsbereit. Die beiden wirken absolut vertrauenswürdig und irgendwie haben wir bei der ganzen Sache ein gutes Gefühl. Ein bisschen stört uns, dass der Wagen kein Hochdach hat - es wird also besonders bei Regen bestimmt etwas eng - aber wir sind ja Camper und die halten sich eh meist im Freien auf. Kurz ziehen wir uns hinter das Auto zurück um uns zu besprechen und dann geht alles auf einmal sehr schnell: ganz impulsiv sagen wir den beiden zu, es werden Handschläge ausgetauscht und ehe wir uns versehen sind wir plötzlich Autobesitzer. Wir fahren noch mit Mareike und Christian zur Post, um den Wagen auf uns umzumelden - das ist in Neuseeland völlig unkompliziert - und finden uns eine Stunde später im Airbnb wieder, unser neues Auto vor der Tür geparkt.

Einer spontanen Eingebung folgend taufen wir den Wagen auf den Namen Bruce. In den nächsten Tagen schauen wir uns Bruce und das mit ihm erstandene Equipment genauer an und sortieren aus, was wir nicht brauchen. Wir fahren zum Baumarkt und bauen ein kleines Babybett für Heinke, das perfekt in den hinteren Teil des Autos passt. Außerdem tauschen wir die sehr ungemütliche Campingmatratze gegen eine Deluxe-Version aus, damit wir in den drei Monaten keine Rückenschmerzen bekommen. Eine lohnende Investition, wie sich zeigen wird. Nachdem wir auch noch einen Kindersitz und einen Hochstuhl für Heinke erstanden haben, geht es dann am vierten Tag endlich auf die Straße.Der Tank ist voll, die Kühlbox auch und wir machen uns auf den Weg in Richtung Norden, um uns ein schönes Plätzchen für die Weihnachtsfeiertage zu suchen. Warum wir Weihnachten dann doch südlich von Auckland verbringen, das ist eine andere Geschichte..

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3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Naschue am 18. Januar 2019 um 07:35

    Die beiden Bilder Fuß ausm Fenster und Nase am Vorhang sind der Burner!! Eine wundervolle Geschichte und ich bin ein Fan von Bruce!



  2. Veröffentlich von CMGlono am 21. Februar 2019 um 00:58

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